Der Kahlenberg liegt im Süden Holthausens und ist stark bebaut. Hier finden wir neben dem Max-Planck-Institut auch den Sportplatz mit Tennisplätzen des MTV Kahlenberg. Wenn in Mülheim vom Kahlenberg geredet wird, ist aber meistens das bewaldete Stück zwischen Bismarckstraße, Untere Saarlandstraße und Mendener Straße gemeint.

Am 6. Dez.1879 wurde der Mülheimer Verschönerungsverein gegründet. Er sollte diesem Namen nicht nur gerecht werden, sondern ihm auch alle Ehren machen.

Das Ziel des Vereins war es, Grünanlagen anzulegen, um so das Stadtbild positiv zu verändern. Auf seiner Sitzung am 18.01.1880 wurde als erstes Projekt der Kahlenberg in Angriff genommen. Ganze 6 Jahre sollte es dauern, bis die Formalitäten und vor allem die Finanzierung geregelt waren. Im Dezember 1886 erwarb man von den Erben des Tabakfabrikanten und Kaufmannes von Eicken für 38.000 Mark den 38 Morgen großen begehrten Grund.

Finanziell war der Verein nicht gerade auf Rosen gebettet und lebte von Spenden, Einnahmen aus Benefizveranstaltungen und dem unerschütterlichen Einsatz der Mitglieder. Bevor es an die Planung und gärtnerischen Gestaltung ging, musste das schwierige Terrain vermessen werden. Dazu hatte sich der Cataster-Controleur Steuerinspector Wunder bereit erklärt. Leicht war die Arbeit nicht, gab es doch viele verschiedene Höhenverhältnisse und da er ehrenamtlich tätig war, konnte er nur in seiner dienstfreien Zeit die Vermessungen vornehmen. Der Gartenarchitekt Rosorius übernahm, ebenfalls unentgeltlich, die gärtnerische Planung. Durch seine starke berufliche Auslastung bedingt, legte er seinen Plan erst am 28.07.1888 vor. So gerne man diesen auch eins zu eins umgesetzt hätte, es war finanziell nicht möglich. Stadtbaurath Schaefer überarbeitete den Plan, unter Beibehaltung der ursprünglichen Ideen des Gartenarchitekten Rosorius dergestalt, dass zunächst nur das Nötigste Berücksichtigung fand. Doch auch die hierfür veranschlagten 70.000 Mark stellten eine große Hürde da. Erst nach zähen Verhandlungen mit der Stadt, welche die Zinsbürgschaft übernahm und der Ausgabe von Anleihescheinen an die Bürger, war die Finanzierung gesichert.

Die Arbeiten zum Anlegen eines Wegnetzes, Aufforstung und Bepflanzung wurden u. a. durch den Gärtner Hermann Lohscheidt und seine Mitarbeiter uneigennützig über einen längeren Zeitraum durchgeführt, der Schlossermeister Friedrich Winkelmann fertigte, ohne Berechnung seiner Arbeitskraft, die erforderlichen Gitter an. Nach Abschluß dieser Arbeiten wude die große Stützmauer errichtet und oberhalb dieser eine große Halle, welche über 100 Gästen Platz bot. Etwas später entstand hier ein großes Gebäude, welches als Jugendherberge vielen noch bekannt ist. Als Aufsicht über den Kahlenberg wurde der Feldhüter Alphons Nölke angestellt und für den Wald und die Wege war der Obergärtner Albert Löhr verantwortlich. Er betrieb zudem noch einen Milchausschank in der Nähe des Lohbecker Berg. Es gab auch einen Kiosk. Er befand sich auf dem mit der Bismarckstraße parallel verlaufenden Weg, Richtung Witthausbusch. Bewirtschaftet wurde er von der Familie Gerritzen, aber meistens nur bei gutem Wetter. Oberhalb des Restaurants am Kahlenberg, der späteren Jugendherberge, war eine Aussichtsplattform errichtet worden. Von hier aus kann man noch heute das Ruhrtal von Kettwig bis nach Duisburg überblicken. Ein besonderer Anziehungspunkt ist der Bismarckturm, welcher lange als Aussichtsturm in Betrieb war.

Mit Auflösung des Verschönerungsvereins im Jahr 1913 übernahm die neue städtische Gartenverwaltung die Betreuung des Kahlenbergs.

Einen besonderen Kraftakt stellte für das heutige Amt für Grünflächenmanagement und Friedhofswesen, die Sicherung vom Steilhang des Kahlenberges entlang der Mendener Straße dar. Dazu musste der Hang gerodete werden, was einige Natur- und Umweltschützer auf den Plan rief. Die Sicherung des Hanges war aber unerlässlich, da immer wieder Gestein abbrach und auf die Straße viel, was zur Gefährdung und Behinderung des Verkehrs führte. Nach erfolgter Rodung wurde im Jahr 2000 der gesamte Hang mit einem Stahlnetz gesichert. Die anfänglichen Bedenken gegen die Rodung haben sich als unbegründet erwiesen. Mittlerweile hat sich die Natur den Hang zurück erobert. Leider ist das Wegenetz des Kahlenberg an einigen Stellen in keinem guten Zustand mehr und trotzdem wird er noch immer gerne von Spaziergängern und Freizeitsportlern zum entspannen und erholen genutzt.